„Ich frag mal Jane“ – das sagen wir immer, wenn wir eine Anfrage für eine Marketing-Übersetzung ins Englische bekommen.
Jemand hat uns offensichtlich über unsere Website oder über LinkedIn gefunden, wir freuen uns darüber – und verweisen die Person an eine Kollegin.
Warum? Der Haken lautet: „ins Englische“.
Muttersprache versus Arbeitssprache
Alles an Texten, was jemals eine Kundin zu Gesicht bekommt, sollte immer von einer Muttersprachlerin übersetzt werden. Also von einer Übersetzerin, die die Sprache mit der sprichwörtlichen Muttermilch aufgesogen hat und einen Großteil ihres Lebens in der entsprechenden Kultur verbracht hat und noch verbringt.
Natürlich ist unser Englisch ziemlich gut: Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren damit. Englisch ist unsere Arbeitssprache, wir haben sie zuerst in der Schule und dann in der Uni gelernt, haben englischsprachige Länder bereist und eine Zeitlang dort gelebt. Wir lesen Bücher und schauen Filme im Original, wir stehen im Kontakt mit Muttersprachler:innen und benutzen unsere Fremdsprache jeden Tag aktiv.
Inhalt versus Idiomatik
Und dennoch. Bei jeder Übersetzung in die Fremdsprache würden wir zwangsläufig kleine Schnitzer machen. Rechtschreibung und Grammatik sind kein Problem, und inhaltlich sind wir auch in der Lage, alles zu erfassen und in die Fremdsprache zu transportieren.
Doch spätestens bei der Idiomatik (bei festen sprachlichen Wendungen) kann es passieren: Man verwendet einen Ausdruck, der einem selbst absolut in Ordnung vorkommt und an dem grammatisch auch nichts auszusetzen ist.
Aber: Man sagt es einfach nicht so.
Es klingt komisch.
Es wirkt unbeholfen.
Und das wird eine Kundin mit Muttersprache Englisch merken. Sie bleibt an diesem nicht ganz richtigen Ausdruck hängen und kann ihre Aufmerksamkeit nicht mehr voll auf die Werbebotschaft richten. Oder schlimmer noch: Sie überträgt ihren ersten Eindruck von der Sprachqualität auf die Qualität der beworbenen Produkte – und geht doch lieber zur Konkurrenz.
Rohübersetzung und Lektorat?
Natürlich gäbe es die Möglichkeit, dass wir die Rohübersetzung anfertigen und anschließend eine Muttersprachlerin korrekturlesen lassen. Doch das ist meist wirtschaftlich nicht sinnvoll: Erstens benötigen wir mehr Zeit für die Übersetzung, weil uns die Fremdsprache nicht so flott von der Hand geht, und zweitens müssen wir noch für das Lektorat zahlen. Auch für die Lektorin ist eine solche Aufgabe oft nicht zufriedenstellend: Hätte sie es von Anfang an selbst übersetzt, wäre es gleich besser geworden!
Was wir am besten können
Also: Wir können natürlich Englisch, sehr gut sogar, um das mal ganz unbescheiden zu sagen. Und wenn uns einmal eine Anfrage für rein firmeninterne Kommunikation erreicht, bei der es nur auf Inhalt und Verständlichkeit ankommt, dann übernehmen wir das gelegentlich selbst.
Doch wie gesagt: Wenn es um Werbematerial geht, lassen wir die Finger davon. In jeder Fremdsprache werden auch der besten Übersetzerin immer wieder Fehlerchen unterlaufen. Und das ist inakzeptabel, weil sie einer Muttersprachlerin nicht passieren würden. Daher empfehlen wir in diesen Fällen gern eine qualifizierte Kollegin. In unserem Fall heißt sie Jane.